Eine unerschöpfliche Fülle von Melodien in Kombination mit einer farbenreichen Harmonik prägen das Requiem von Gabriel Fauré, das am Karfreitag, den 3.4., um 18 Uhr in der Christuskirche erklingt. Kirchenmusikdirektor Volker Gloßner und der Motettenchor der Christuskirche musizieren das flirrende Werk aus dem Jahr 1888 in der kammermusikalischen Fassung für Harfe, Streichinstrumente und Flügel. Die Vokalsolisten des Abends sind Cosima Höllerer (Sopran) und Christoph Reich (Bariton). Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse ab 17.30 Uhr.
Gabriel Fauré zählt zu den bekanntesten Komponisten der französischen Romantik. Aus seiner Feder stammen eine enorme Anzahl von geistlichen Chorkompositionen. Das Requiem gilt innerhalb und außerhalb Frankreichs als sein bekanntestes und meistaufgeführtes Werk; es prägte die französische Kirchenmusik und die nachfolgende Komponistengeneration wie Claude Debussy oder Maurice Ravel nachhaltig.
Fauré sagt über sein Werk, es sei „von sanftem Charakter, so wie ich selbst“. Er verzichtet auf dramatische und abgründige Aspekte. Damit steht er im Gegensatz zu vielen anderen Komponisten der Romantik, die die Szene vom „Jüngsten Gericht“ als „Tag des Zorns, Tag der Rache“ in Musik setzten. An die Stelle von theatralischer Wirkung tritt eine unerschöpfliche Fülle von anmutigen und sanften Melodien auf dem Fundament farbenreicher Harmonik. Nur an einer Stelle verlässt Fauré die piano-Sphären, wenn sich im Sanctus der Hosanna-Jubel Bahn bricht.
Fauré schließt sein Werk mit einem friedvollen Ausklang („in paradisum“). In einem leisen Dialog des Chores mit zarten Harfentönen (Susanne Kaiser – Harfe) wird die Sehnsucht nach dem Jenseits hörbar.
Als weitere Kompositionen erklingen am Karfreitag der „Cantique de Jean Racine“ von Fauré, und das selten zu hörende Werk „Spiegel im Spiegel“ von Arvo Pärt.
