Das Beste, was mir je passiert ist

Rückblick von Pfarrer Felix Reuter

Pfarrer Felix ReuterEs war Freitag Abend, der 25. Januar 2008. Nach ein paar Monaten auf meiner ersten Pfarrstelle feierten wir einen ersten Jugendgottesdienst in der Christuskirche. Thema war „Das Beste“, der Jugendchor unter Leitung von Volker Gloßner sang das Lied der Band Silbermond mit gleichnamigen Titel. Im Vorbereitungsteam waren neben meinem Kollegen Fabian Schwarz und mir hoch engagierte Jugendmitarbeitende. Eine bunte, fröhliche Truppe! Im Gottesdienst gingen wir der Frage nach, was das Beste wäre, was mir in meinem Leben passieren könne. Wir kamen zu ganz unterschiedlichen, der Individualität der Jugendlichen entsprechenden Ergebnissen: Freundschaft, Musik, Sport, Gemeinschaft untereinander und mit Gott.

Ein wunderbarer Auftakt meiner Wirkungszeit in Landshut. Und heute, nach mehr als 10 Jahren, kann ich im Rückblick mit großer Dankbarkeit und Herzensfreude sagen, dass nicht nur der erste Jugendgottesdienst mit eben diesem Titel überschrieben werden kann, sondern auch unsere Zeit hier in Landshut.

„Das Beste“ – der Superlativ ist freilich voller Überschwang und verlangt bei jedem reflektierten Menschen nach Relativierung. Heute, am Tag des Abschieds, fühlt es sich für mich aber eben genauso an: Meiner Familie und mir hätte eigentlich nichts Besseres passieren können, als in der Christuskirchengemeinde in Landshut zu landen!

Pfarrer Felix ReuterEs sollten noch viele weitere Jugendgottesdienste und andere Aktionen nicht nur in der Jugendarbeit folgen – immer war mein Engagement begleitet von Menschen, die mit Herz und Verstand, mit Offenheit und Kreativität und in der Versöhnungskraft des Evangeliums Kirche mitgebaut und gestaltet haben. Mini- und Familiengottesdienste, Kinderfreizeiten und Konfirmandenaktionen, Kirchen-WG und Fördervereinsaktivitäten – die Liste ließe sich noch lange weiter führen! Im Mittelpunkt standen immer wieder gemeinsam gefeierte Gottesdienste in unterschiedlichsten Formen von klassisch bis experimentell, in denen etwas von der Kraft Gottes, dem Grund unseres Lebens, spürbar wurde.

Mit dem Stellenwechsel 2012 auf die 2. Pfarrstelle kam der große Bereich der pfarramtlichen Geschäftsführung dazu. Zusammen mit Präsidium, Kirchenvorstand, Finanz- und Personalausschuss ging es um eine klar profilierte Leitung der Kirchengemeinde. Neben der Erledigung der anstehenden Verwaltungsaufgaben war diese Tätigkeit auch immer wieder verbunden mit perspektivischer Gemeindeentwicklung. Vor allem die Planungen zur Innenrenovierung der Christuskirche haben uns hier in den vergangenen Jahren beschäftigt. Das konzentrierte, sachgerechte Arbeiten mit in ihren jeweiligen Bereichen kompetenten ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen war für mich persönlich ein großer Gewinn.

Überhaupt – die Arbeit in einem solch fröhlichen Team von Kollegen in Kirchengemeinde, Jugendwerk und Pfarrkapitel war wunderbar! Kollegen, die meine Freunde wurden, eine Kirchenmusik, die ihresgleichen sucht, ein Chef, der mich förderte.

Und all das noch getoppt vom Leben in der Stadt Landshut mit dieser hohen Lebensqualität – Spaziergänge in den Isarauen, der Besuch des jährlichen Stadtspektakels, das laute „Hallooo!“ der Landshuter Hochzeit, Kino- und Theaterbesuche, der Eisbecher in meiner Lieblingseisdiele…

Meiner Familie und mir fällt es schwer aus Landshut fortzugehen. Und doch kam nun die Zeit für eine Veränderung. Ich bin gespannt auf die neue berufliche Herausforderung im Prodekanat München-Nord. Meine Frau und Söhne freuen sich auf das Leben in der Großstadt und die Nähe zu unseren Herkunftsfamilien. Aber wir gehen in dem Bewusstsein: Die vergangenen knapp 11 Jahre waren „das Beste, was uns je passiert ist“.

Ihr Pfarrer Felix Reuter

 

Abschied vor Pfarrer Felix Reuter

Wie schnell die Zeit vergeht. Vor zehn Jahren kam Pfarrer Felix Reuter an die Christuskirche, zunächst als Pfarrer zur Anstellung, 2012 wurde ihm dann die Zweite Pfarrstelle verliehen, verbunden mit der Pfarramtsführung für die Christuskirche.

Nun übernimmt Pfarrer Reuter eine neue Aufgabe. Ab 1. Juli wird er Dekan im Prodekanat München-Nord verbunden mit der 1. Pfarrstelle der Gemeinde München-Evangeliumskirche. Bereits Anfang Mai wird er die Gemeinde verlassen. Seinen Abschiedsgottesdienst wollen wir am Sonntag, den 6. Mai, um 15 Uhr in der Christuskirche feiern.

Dieser Abschied schmerzt. Pfarrer Reuter ist ein tatkräftiger und kompetenter Pfarrer, beliebt bei Groß und Klein. In seiner Wirkungszeit hat sich das Gemeindeleben der Christuskirche stark verändert. Die Kinder- und Jugendarbeit wurde wiederbelebt, der Konfirmandenunterricht neu konzipiert, die Besucher der Familiengottesdienste füllen die Kirche. Unter ihm wurde eine neue Homepage entwickelt, im Pfarramt sorgt ein modernes, computergestütztes Informationssystem dafür, dass alle Veranstaltungen gut koordiniert und für alle bekannt gemacht werden. Vor allem ist Pfarrer Reuter jemand, der die Herzen der Gemeindeglieder gewonnen hat. Seine offene, fröhliche und unkomplizierte Art spricht die Menschen an.

Nun müssen wir ihn ziehen lassen. Die Dekansstelle in München ist mit ihm gut besetzt, doch für uns ist der Schmerz groß. Mit ihm verlassen uns seine Frau Kerstin, die in der Erziehungsberatungsstelle der Diakonie gearbeitet hat, und seine beiden Söhne Noah und Ben.

Wir sagen Herrn Reuter ganz herzlichen Dank für alles, was er an der Christuskirche geleistet hat, ebenso herzlich wünschen wir ihm und seiner Familie einen guten Anfang in München und viel Erfolg als Dekan. Natürlich hoffen wir, dass er seine Zeit in Landshut nie vergisst.

Dekan Siegfried Stelzner