Veröffentlicht am So., 24. Dez. 2017 15:00 Uhr
Christuskirche Landshut, Pfarrer Felix Reuter

Weihnachtspredigt "Allerkleinstes wird groß"

--- Es gilt das gesprochene Wort. ---

Liebe Gemeinde am Heiligen Abend,

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. 
Ergebnisse werden nicht erzielt, indem man den Druck erhöht. 
Wirkliche Fröhlichkeit lässt sich nicht anschalten. 
Friede entsteht nicht dort, wo man ihn befiehlt. 

Auch wenn unser Wunsch nach Wachstum und innerer Größe, 
nach Entwicklung und Vollendung, 
nach Freude und Frieden so groß ist – 
mit menschlicher Gewalt lässt es sich nicht erzielen. 

Es ist sogar das Gegenteil der Fall:
Je mehr wir an unseren Kindern ziehen und zerren, desto weniger wachsen sie von innen heraus. 
Mit noch mehr Druck und noch mehr Druck im Arbeits- und Schulleben wird vor allem eines wahrscheinlicher: Das Scheitern und Zusammenbrechen. 
Und heute am Heiligen Abend, dem Fest der Liebe und der Freude, müssen wir doch jetzt einfach nur fröhlich sein. 
Freude anschalten. 
Doch je mehr wir das wollen, desto kraftvoller spüren wir unsere Traurigkeit oder Enttäuschung. 
Staatsoberhäupter oder Direktoren, die den Frieden befehlen, schüren nur noch mehr Unruhe und Konfliktherde. 

Doch jetzt ist Weihnachten. 
Und zusammen mit dem allerkleinsten Weihnachtsbaum sehnen wir uns so sehr nach Wachstum und innerer Größe, 
nach Entwicklung und Vollendung, 
nach Freude und Friede. 
Wir sehnen und danach, gesehen zu werden.

Und was ist jetzt? 
Wir werden im Regen stehen gelassen. 
Es wird kalt und dunkel. 
Und noch kälter und dunkler. 
Und Weihnachten dringt allerhöchstens durch fernes Glockengeläut zu uns.
Doch wir sind nicht allein. 
Der Vogel ist da. 
Und der Esel. 

Der Vogel ist der Bote.
Er bringt Gottes Botschaft in Form eines Liedes zu den Menschen. Es sind Töne des Herzens und Töne der Seele.
Der Vogel ist das Sinnbild für den Heiligen Geist. 
Und der Heilige Geist ist der Tröster, die göttliche Kraft der Seelsorge. 
In bitterer Kälte und in größter Dunkelheit fliegt er zu uns, überbringt uns die Nachricht von Licht und Wärme, 
sein Lied berührt uns im Innersten. 

Und der Esel ist eines der ältesten Haustiere der Menschen. 
Der Esel ist treu. Hat er seinen Herrn erkannt, bleibt er ihm zur Seite – egal, was passiert. 
Der Esel trägt die Lasten. Geduldig und kraftvoll nimmt er das Schwere auf sich. Er hilft und unterstützt. 
Und wenn der Esel als Reittier gebraucht wird, dann trägt er keinen König mit kriegerischen Absichten. 
Der Esel ist das Reittier des Friedefürsten. 
Und nach christlicher Tradition ist der Esel zusammen mit den Ochsen der erste, der das neugeborene Kind in der Krippe als Messias erkennt und anbetet. 

Ich stehe im Regen. 
Es ist kalt und dunkel. 
Ich kann meine Niedergeschlagenheit und Verkümmerung kaum aushalten. 
Ich spüre meinen Stillstand und meine Unvollkommenheit. 
Meine Traurigkeit, meine Enttäuschung und meine Angst vor dem Unfrieden trage ich in mir. 
Es wird noch kälter und dunkler. 

Aber da ist der der Vogel. Der Boten aus einer anderen Welt.
Und da ist der Esel. Der treuen Lastenträger.
Nicht allein mache ich mich auf den Weg. 

Und wir hören die Frohe Botschaft des Engels: 
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Und ja, es geschieht Verwandlung. 
In der tiefsten Kälte und Dunkelheit wird aus dem Regen Schnee. 
Wie ein Mantel deckt er uns zu und wärmt uns.
Er schmückt und erneuert uns. 
Der Schnee steht für das Neue, das Unbelastete und Reine. 

Und wir kommen zur Krippe im Stall. 
In der tiefsten Dunkelheit erscheint das Licht Gottes, neues Leben, der Friede für die Welt.

Mein verkümmerter Körper und meine verkrümmte Seele atmen auf und beginnen zu wachsen. 
Meine Unvollkommenheit wird aufgehoben in der Ewigkeit Gottes. 
Meine Traurigkeit weicht einer tiefen Freude, die nie mehr vergeht. Und es herrscht Friede. 

Das sind wirklich die allerschönsten Weihnachten!

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Kategorien Predigt Pfr. Reuter

Kommentare

ewitvan
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